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Heilschlamm und Sole des Sivash-Sees halfen der Tschernobyl-Liquidatorin zu überleben

Die natürlichen Heilkräfte des Meeresschlicks und der Sole des Sivash-Sees auf der Krim linderten gesundheitliche Probleme der Liquidatorin der Tschernobyl-Katastrophe

Vor 25 Jahren war Olga Lysova eine von den Tausenden Liquidatoren der Tschernobyl-Katastrophe. Bereits einige Jahre später gaben die Ärzte ihr zu verstehen, sie würde nicht mehr lange leben. Heute ist die 52-Jährige überzeugt, dass sie dank dem Heilschlamm und der Sole des einzigartigen Salzsees Sivash (auf der Krim) noch lebt.

Die ganze Welt schaut heute nach Japan und bewundert Fukushima-Helden, die mit den Folgen der nuklearen Katastrophe kämpfen und ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren. Die Frau Olga Lysova aus Mironovski im Donezk Gebiet der Ukraine kann wie kaum jemand sonst das gesundheitliche Risiko der Menschen in Fukushima abschätzen. 1986 war sie selbst als Liquidatorin der Tschernobyl-Katastrophe einer sehr hohen radioaktiven Strahlung ausgesetzt.

Die Radioaktivität griff die Gesundheit der jungen Frau stark an. Wie auch bei vielen anderen Tschernobyl-Liquidatoren, ist ihre Krankheitsgeschichte unendlich lang und es gibt kein Organ in ihrem Körper, das von der Strahlung nicht geschädigt wurde. Heute hat die Invalidin des 2. Grades mehrere Operationen und einen Schlaganfall hinter sich. Bereits sechs Jahre nach der Katastrophe war der gesundheitliche Zustand der damals 33-Jährigen so schlecht, dass die Ärzte anfingen, sie mental auf das Schlimmste vorzubereiten. Alle Gelenke taten so unheimlich weh, dass sie sich kaum bewegen konnte. Ständige Kopfschmerzen, schwere Hypertonie mit dem systolischen Blutdruck bei 240-260 mm Hg, permanente Schwindelzustände, sehr starke Varikose mit auslaufendem Blut, gynäkologische Erkrankungen und viel mehr. Die Ärzte haben viel versucht, konnten aber letztendlich nichts tun. Die unzähligen unternommenen Behandlungsversuche brachten keine dauerhafte Besserung.

Jama am Sivash-SeeIm Jahr 1991 erzählten die Verwandten der Frau Lysova von einer wunderwirkenden rosafarbenen Wasserquelle am Ufer des Salzsees Sivash. Ihre Geschwister wurden nach der Tschernobyl-Katastrophe aus dem radioaktiv verseuchten Gebiet in das Dorf Grigorivka im Cherson Gebiet an der Grenze zur Krim umgesiedelt. Dort erfuhren sie von den Einheimischen etwas über diese wunderwirkende Wasserquelle, die hier einfach als "Jama" (Grube) bezeichnet wurde. Die Jama liegt nur ein paar Kilometer von Grigorivka entfernt und wird durch den Untergrund mit dem Salzwasser des Sivash-Sees versorgt. In der hochkonzentrierten Sole lebt die seltene Alge (Dunaliella Salina) und gibt dem Wasser eine schöne rosa Farbe. Angeblich besitzt die Sole in der Jama und der Schlamm aus dem Sivash-See eine wunderbare heilende Wirkung, die nur durch Zufall von den Menschen entdeckt wurde. Die Erzählungen der Menschen aus dem benachbarten Ort klangen wie Märchen und Frau Lysova wollte nicht wirklich daran glauben. Außerdem hatten die Ärzte von solchen balneologischen Behandlungen wie Peloidtherapie (Heilschlammtherapie) bei ihren Krankheiten abgeraten. Normalerweise gehören unter anderem die schwere Form der Hypertonie und Varikose zu den Gegenanzeigen der Heilschlammbehandlungen. Da die Frau aber keine Hoffnung mehr an die Schulmedizin hatte, entschloss sie sich doch, die Behandlungen mit Meeresschlick und Sole auszuprobieren und fuhr zu den Verwandten nach Grigorivka. So startete sie am Ende des Sommers 1991 mit der natürlichen Selbstheilung am Sivash-See.

Am ersten Tag blieb sie nur eine Stunde vor Ort und schwamm in der rosafarbenen Sole der Jama. Dann begann sie zudem die Behandlungen mit dem Heilschlick. Ihre Verwandten packten sie jeden Tag bis zum Hals für kurze Zeit in den Algenschlamm ein. Danach schwamm sie wieder in der rosafarbenen Sole und wusch den Schlick ab. So machte sie einige Tage die Selbstbehandlungskur, bevor sie wieder abreiste.

Was Sie nach der ersten natürlichen Behandlung mit dem Heilschlamm und Sole feststellte, war die deutlich zurück gegangene Varikose. Die Blutgefäße platzten nicht mehr. Der Blutdruck hat sich nicht deutlich reduziert aber die Kopfschmerzen ließen nach sowie die Schwindelzustände und Gelenkschmerzen. Ein Monat nach der ersten natürlichen Behandlungskur konnte sie wieder normal laufen.

Die ersten deutlich spürbaren Erfolge gaben der Frau wieder Hoffnung und so fuhr sie im nächsten Jahr erneut zu der heilenden Sivash-Quelle. Mittlerweile fährt sie seit fast 20 Jahren zweimal im Jahr dahin: Im Mai-Juni und im September-Oktober, so lange das Wetter noch warm ist. Dabei bleibt sie 10 bis 14 Tage vor Ort. Weniger zu bleiben wäre nicht so effektiv, meint sie. Ihre eigene Erfahrung zeigt, dass es ca. am 3. Tag der Behandlung zu einer Kurreaktion oder der so genannten Erstverschlimmerung kommt. Sie fühlt sich dann etwas schlechter als sonst. Das vergeht aber bereits am nächsten Tag bei ihr.

Frau Lysova nimmt jedes mal den Heilschlamm und die Sole mit nach Hause und führt die regelmäßigen Behandlungen auch zuhause fort. Sie beteuert, dass man für die eigene Gesundheit regelmäßig etwas tun muss. Die einmaligen Aktionen bringen nicht viel.

Neben dem heilenden Effekt stellte sie auch eine angenehme kosmetische Wirkung bei dem Sivash-Algenschlamm fest. Sie macht die Gesichtsmasken mit dem Soleschlick mindesten einmal pro Monat und hat relativ wenig Falten im Gesicht. Menschen, die sie nicht kennen, schätzen sie viel jünger. Zu dem anderen positiven Nebeneffekt gehört der angeregte Stoffwechsel, der bei ihr regelmäßig zur Abnahme von 10-14 Pfund (Gewicht) während einer Kur führt. Das freut die etwas fülligere Frau besonders.

Auch den Angehörigen in der Familie half der Sivash-See: Enkel und Enkelin der Frau Lysova waren im Winter oft krank und litten an Atemwegsbeschwerden (Bronchitis). Sie nahm sie mit zum See und nach kurzer Behandlungszeit waren die Beschwerden weg. Die Nachbarfamilie reiste auch mal mit. Sie konnte dort die Linderung bei Radikulitis und Er bei Bandscheibenvorfall erzielen.

In den vielen Jahren lernte die Frau viele andere Menschen an der rosafarbenen Wasserquelle kennen und erfuhr ihre persönliche Krankheitsgeschichten. Wer ihr sofort einfällt, ist eine Dame aus der Westukraine, die sie im ersten Jahr kennenlernte. Diese saß damals nur die ganze Zeit im algenreichen Wasser. Als die Frau Lysova sie fragte, warum sie nichts anderes unternimmt, antwortete die Frau, dass sie nach einem Schlaganfall nicht gehen kann. Ihr Sohn brachte sie jeden Tag zu der heilenden Solequelle und holte sie nach einigen Stunden wieder ab. Drei Jahre danach konnte die Frau selbst gehen. Ein Mann aus Russland war mit einem sehr schlimmen blutenden Ekzem verbreitet am ganzen Körper eingereist. Zuvor hatte er schon viel ausprobiert und war auch am Toten Meer. Zwei Behandlungen am Sivash-See halfen viel besser als alles zuvor. Jetzt fährt er zur Vorbeugung der Krankheitsschübe jedes Jahr hin. Auch die Bergleute aus dem Donezk Gebiet mit Lungenproblemen schätzen den heilenden Ort, der ihre gesundheitliche Beschwerden lindert.

Im Sommer 2010 war Frau Lysova natürlich wieder an der heilenden Sivash-Quelle. Nach der letzten Behandlungskur hat sich ihr Blutdruck endlich so weit gesenkt, dass dieser jetzt mit 120/80 mm Hg dem Blutdruck eines gesunden Menschen gleicht.

Als Tschernobyl-Liquidatorin durfte die Frau 10 Jahre früher in die Rente gehen. Jetzt genießt die Frührentnerin das Leben im Kreis der Familie, geht ihrem Hobby im Garten nach und dankt Gott für dieses Naturwunder am Sivash-See, das ihr die gesundheitliche Linderung brachte und das Leben verlängerte. Der nächste Besuch der rosafarbenen Wasserquelle ist bereits eingeplant. Anfang Juni wird sie wieder hinfahren.

28.04.2011