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Peloidtherapie in der Gynäkologie

Behandlugsmethode durch die Benutzung der Heilschlamme heißt Peloidtherapie (vom Grich. pelos - Schlick, Lehm und therapia - Heilung) oder Heilschlammtherapie (Synonym Fangotherapie)

Geschichte der Peloidtherapie

Die Heilschlamme wurden noch in Antike für die Behandlung der unterschiedlichen Erkrankungen benutzt. Die Schriften der alten Historiker und Mediziner bestätigen diesen Fakt. Der im 2. Jh. n. Ch. im Rom lebende Arzt Galen (Galenos Pergamon) erwähnte den Heilschlamm des Flusses Nil, der von Ortsansässigen in medizinischen Zwecken benutzt wurde. Der römische Gelehrter und Autor von Naturgeschichte (Naturalis historia) Plinius der Ältere (1. Jh. n. Ch.) erwähnte "die Wunden heilende Erden" auf Krim. Notizen über die Heilschlammbehandlungen kann man auch in den Werken des altgriechischen Historikers Herodot (5. Jh. v. Ch.), des römischen Arztes und Philosophen Galsn (11. Jh. n. Ch.), des altgriechischen Astronomen Claudius Ptolemäus usw. treffen. Die Heilschlamme der Seen der Enge von Kertsch halfen den Kriegern von Alexander der Große die Wunden zu heilen und den Krim-Khanen die Potenz zu steigern, bevor sie ihre Harems besuchten.

Es gibt eine Menge der Geschichten über die wunderbare Wirkung des Heilschlamms. Hier ist eine von denen. Einmal die giftige Spinne Tarantel biss einen Hirten am Bein. Das Bein war stark angeschwollen, brannte und schmerzte. Um das Bein abzukühlen steckte der Arme das Bein in den Schlick des Sees. Nach einiger Zeit ging der Schmerz zurück. Als er das Bein raus gezogen hat, stellte der Hirte fest, das von der Schwellung keine Spur vorhanden ist. Er erzählte darüber in seinem Dorf und später haben alle Bewohner angefangen, die Bisse der Schlangen, Spinnen und Bienen und danach auch andere Erkrankungen mit dem Schlick des Zaubersees zu heilen.

Heilende Schlamme sind nicht nur die Schlick-Ablagerungen. In Italien, z.B., wird seit dem 15. Jahrhundert das erdige Substrat, das nach den Vulkanausbrüchen geblieben ist, für die Heilung der Krankheiten benutzt.
In Russland fing man an, die heilenden Eigenschaften der Schlamme im 13. Jh. zu nutzen, während der Herrschaft der Khans der Goldenen Horde und Bachtschyssaraj. Besonders bekannt wurden der Schlick des Sees Tinaki (12 km von Astrahan) und die Schlamme der Limane auf der Krim.

Zuerst war die Heilschlammbehandlung ein Mittel der Volksmedizin. Aber bald haben die Geistlichen verstanden, dass die heilenden Kräfte des Schlamms noch effektiver benutzt werden können, in dem man seine Zauberkräfte nicht nur auf den Körper sondern auch auf die Seele wirken lässt. Vor der Behandlung musste man fleisig betten. Und wenn die Behandlung keine Heilung brachte, sagte man, dass der Kranke nicht stark genug an den Gott glaubt. Umgekehrt, bei dem erfolgreichen Ausgang der Behandlung, sprach man die Heilung komplett den oberen Kräften zu.

Später haben die Privatärzte angefangen die Peloidtherapie zu nutzen. Die Behandlungen wurden auf gut Glück durchgeführt, nach der Versuchs-und-Irrtum-Methode. Oft wurde der Patient für ein-zwei (manchmal auch mehr) Stunden in den Schlamm getaucht. Danach follgten die komplette Einwicklung und reichlich heiße Getränke, damit der Kranke gut durchschwitzt. Diese Prozedur hat stark den Organismus stark belastet und endete manchmal tragisch.

Die Eigenschaften der Heilschlamme wurden mit der Zeit immer bekannter. Es kamen erste balneologische Heilstätten. Gleichzeitig wurden neue Methoden der Peloidtherapie entwickelt (siehe unten). Die Medizin beschränkte sich nicht mehr nur auf Heilschlicke und began die Moore der Süßwasser-Gewässer, Sapropel, Lehm, Sand, etc. anzuwenden. In den 30-gen Jahren des lezten Jahrhunderts begann die Entwicklung der außerkurortlichen Behandlung. Aus den Laboratorien kamen wissenschaftliche Grundlagen für die Behandlung der chirurgischen Patologien, Verletzungen des Rückenmarks, usw.

Wirkungsmechanismen des Heilschlamms

Heilschlamm ist zähflüssige, fettige Masse von der schwarzen Farbe (manchmal mit dem blauen Schimmer) mit dem ausgeprägten Geruch am Schwefelwasserstoff, mit 30 bis 50% Wassergehalt. Eigentlich ist das ein Produkte der Wechselwirkung des Salzwassers (und nicht nur) mit den Resten der Tiere und Pflanzen innerhalb der mehreren Jahrhunderten. Die Basis des Heilschlamms sind Mineralien (Sand, Lehm usw.) und die geleähnlichen organischne Stoffe sowie die Eisensulfide verkleben die Basis zu der einheitlichen Masse.

Die chemische Zusammensetzung des Schlamms ist sehr kompliziert. Darin sind Serum, Jod, Amiak, Mangan, schwefelsaures Eisenoxydul, organische Säuren, etc. enthalten.

Außerdem enthält der Heilschlamm die Sporen tragenden Bakterien, Aktinomyzeten (Strahlenpilze), Schimmelpilze, von denen einige bestimmte Substanzen ähnlich dem Penicillin (das sind natürliche Antibiotika) produzieren, was die entzündungshemmende, schmerzlindernde und auflösende Wirkung erklärt.

Im Heilschlamm wurden auch Follikulin (Östron, Estron) und Sinoestrolum gefunden - Substanzen, die den weiblichen Hormonen ähnlich sind.

Die auf den Körper aufgetragene Heilschlamm-Masse wirkt aufgrund der Reibung eine massierende Wirkung aus, die durch das hohe spezifische Gewicht des Schlamms erhöht wird. Das führt zur Beschleunigung des Blutflusses, was auf den Stoffwechsel gut auswirkt. Außerdem dringen einige im Heilschlick enthaltenen Stoffe durch die Haut in den Körper ein, was auch auf den Organismus positiv wirkt.

Wie der Akademiemitglied V.P. Filatov meinte, scheidet jede lebende Zelle des Organismus beim Übergang vom Leben zum Tod spezifische Stoffe aus ("biologische Stimulatoren"), die die Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen schädliche Wirkungen steigert. Während der Peloidtherapie-Behandlungen dringen diese Stoffe durch die Haut in das Blut ein und wirken auf den Organismus stimulierend.

Heilschlamme besitzen adsorbierende Eigenschaften. Sie sind in der Lage, die Stoffwechselprodukte, Säuren, Basen, Salze, Bakterien aufzunehmen, was die Hautoberfläche und Schleimhaut reinigt, normalisiert ihre Funktion, unterstützt die Entgiftung des Organismus.

Die Peloidtherapie verbessert die Blutversorgung der Organe des kleinen Beckens, reduziert die Aktivität der exsudativen und infiltrativen Prozesse, erweicht Verwachsungen, regt die hormonelle Funktion der Eierstöcke, stärkt die Muskelfasern.

Der thermische Faktor vom Heilschlick in Kombination mit dem Druck und der chemischen Wirkung wirkt auf den Körper immunmodulierend, wodurch die natürlichen Anpassungsreaktionen hervorgerufen werden.

Jetzt ist es bewiesen, dass die Temperatur des Schlammbades nicht so wichtig ist, wie es früher galt. Ein guter heilender Effekt wird bei den Temperaturen von 28-40°C beobachtet und trotzdem ist die Wärme ein wichtiger Faktor.

Es gibt auch eine Theorie der elektrischen Wirkung des Heilschlamms. Nach dieser Theorie entstehen zwischen dem menschlichen Körper und Mineralmedium elektrische Ströme und reizen die peripheren Nervenenden, stimulieren das zentrale Nervensystem und dadurch das vegetative System und endokrines System (Hormonsystem).

 

Indikationen für den Einsatz von Heilschlamm bei Erkrankungen des reproduktiven Systems

Peloidtherapie bei Frauen:

  • Chronisch-entzündliche Erkrankung des Uterus (Gebärmutter), Annexe und Vagina;
  • Verwachsungen im kleinen Becken;
  • Erosion des Gebärmutterhalses;
  • Unterfunktion der Eierstöcke;
  • Hormonelle Unfruchtbarkeit;
  • Menopausalen Störungen;
  • Menstruationsstörungen;
  • Genitaler Infantilismus;
  • Deviation des Uterus;
  • Frigidität;
  • Bakterielle Vaginose.

Peloidtherapie bei Männern:

  • Chronische Epididymitis;
  • Orchitis;
  • Chronische Prostatitis;
  • Vesikel;
  • Impotenz;
  • Hormonmangel.

Die Verwendung vom Heilschlamm in der Gynäkologie ist eine gewaltfreie, natürliche Intervention, so dass manchmal eine Operation oder medikamentöse Behandlung vermieden werden kann.

Regelmäßige äußerliche Anwendung des Heilschlicks verbessert den Zustand des Muskel-Skelett-Systems und reduziert die Muskelkontraktion.

Gegenanzeigen zur Anwendung der Peloidtherapie

  • Polypen des Gebärmutterhalses;
  • Endometriose;
  • Dysfunktionalen Uterusblutungen;
  • Blutende Erosion;
  • Akute Entzündungen;
  • Fieber;
  • Tuberkulose;
  • Nephritis, Nephrose;
  • Bösartige und gutartige Tumoren und der Zustand nach ihrer Entfernung;
  • Schwangerschaft;
  • Psychische Störungen;
  • Epilepsie;
  • Thyreotoxikose;
  • Krankheiten des Blutes und blutbildenden Organe.

Methoden der Peloidtherapie-Anwendung

1. Applikationen

Das sind Auftragungen des heilenden Schlamms auf den entsprechenden Bereich des Körpers, je nach Art der Erkrankung.

In gynäkologischen Anwendungen werden die Heilschlamm-Applikationen in Form von "Unterhosen" aufgetragen. Temperatur des Schlicks - 40-42 °C. Die Behandlungen werden jeden zweiten Tag durchgeführt mit der Dauer von 15-20 min. Behandlungskurs - 10 bis 12 Anwendungen.

2. Innerkörperliche Schlammanwendung

a) Vaginal

  • Vaginale Bäder - die Einführung in die Vagina der Heilschlamm-Lösung;
  • Vaginaler Tampon - die Einführung in die Vagina eines mit Schlamm durchtränktes Tampons.

b) Rektal

  • Rektaler (Enddarm) Tampon. Vor allem für männliche sexuelle Störungen verwendet.

3. Integrierte (kombinierte) Peloidtherapie

Die Kombination aus Applikationen, vaginalen und rektalen Anwendungen in verschiedenen Variationen.

4. Galvanische Peloidtherapie

Die galvanische Peloidtherapie kombiniert die Wirkung von Heilschlick und Gleichstrom.

Zwei Heilschlamm-Fladen werden auf die Haut gelegt. Darauf werden die Elektroden mit dem angeschlossenen Gleichstrom von 0,5 bis 0,6 mA/cm2 platziert. Die Dauer der Behandlung - 20-30 min.

Die Wirkung des Stroms auf den Organismus führt zu Reizungen der Haut-Rezeptoren und erleichtert die Einführung der im Schlamm enthaltenen Ionen in den Körper, wodurch die chemische Wirkung verstärkt wird.

Von den anderen Peloidtherapie-Methoden, die den heilenden Schlamm in Kombination mit dem elektrischen Strom verwenden, können die Elektrophorese mit Heilschlamm-Extrakt, diathermische Schlambehandlung, Schlamm-Induktothermie etc. erwähnt werden.

Es ist sinnvoll, die Peloidtherapie mit der Krankengymnastik, Reflextherapie, Homöopathie zu kombinieren.

Die Peloidtherapie sollte nur nach der ärztlichen Verordnung und nach der gründlichen Untersuchung durchgeführt werden.

 

Dies ist eine (nur wenig modifizierte) Übersetzung des Artikels von der russischen Webseite "Wir wollen Kinder" (hotimdetey.ru). Diese Webseite ist für die Menschen gedacht, die sich Kinder wünschen aber aufgrund der gewissen Ursachen noch keine Kinder bekommen können. Die Adresse des Originals: http://hotimdetey.ru/article/netraditsionnaya_meditsina/tselebnie_gryazi